Samt-Rose
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Die Blüte der Wildrose besitzt zahlreiche Staubblätter.

Samt-Rose

(Rosa sherardii)
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Die Blüte der Wildrose besitzt zahlreiche Staubblätter.

Zuchtrosen gehören zu den beliebtesten Vertretern des Pflanzenreichs und gelten allgemein als ein Symbol der Liebe. Doch auch ihre wilden Verwandten, wie zum Beispiel unsere Samt-Rose, verdienen unsere Aufmerksamkeit.

Zwar sind die Blüten der Wildrosen im Gegensatz zu den meisten gezüchteten Verwandten ungefüllt. Statt vieler Blütenblätter besitzen sie jedoch umso mehr Staubblätter. Viele Staubblätter bedeuten wiederum viele Pollen und da dieser bei Wildrosen sehr eiweißreich ist, sind die Rosenblüten wertvolle Nahrungsquellen für verschiedene Insekten.

Auch die Blütenpracht von Wildrosen steht denen der Zuchtrosen in nichts nach – die Abbildungen zeigen hier die kräftig rosa-roten Blüten der Samt-Rose. Der Name der Samt-Rose stammt von ihren filzig behaarten Blättern. Im Englischen wird sie jedoch Sherards Rose genannt, da sie erstmalig von dem englischen Botaniker William Sherard beschrieben wurde.

Samt-Rose
Verbreitungskarte
Samt-Rose
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hohe Verantwortlichkeit

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Samen werden gefressen und anderswo wieder ausgeschieden

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Waldränder, Hecken und trockene Felsgebüsche

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blüht von Juni bis Juli

Artenportrait (PDF)

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Steckbrief Kulturansprüche (PDF)

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Ein Beispiel dafür, wie Pflanzen Geschichte schreiben, sind die kuriosen Funde von Samt-Rosen in New England in den USA. Weit entfernt von ihrer eigentlichen Heimat wachsen dort vereinzelt Samt-Rosen. Eine mögliche Erklärung dafür könnte die Heimatliebe der Schotten sein. Die Region in New England, in der die Samt-Rose ungewöhnlicherweise gefunden wurde, war im 18. Jahrhundert das Ziel schottischer Siedler. In Schottland wiederum gehört die Samt-Rose zum natürlichen Landschaftsbild, zum Beispiel an Weg- und Waldrändern. Man nimmt daher an, dass die schottischen Siedlerinnen und Siedler mit der Samt-Rose ein Stück Heimat mit nach Amerika brachten. Historisch wurde diese Vermutung jedoch (noch) nicht belegt.

Wer gute Augen oder eine Lupe hat, kann auf der Unterseite und am Rand der Blätter rötliche Drüsen erkennen. Über diese Drüsen werden wahrscheinlich Pflanzenstoffe, genauer Terpenoide abgegeben. Terpenoide schützen im Pflanzenreich vor unerwünschtem Bakterien- oder Pilzbefall. Sie sind also überaus nützlich für die Pflanzen und Teil eines ausgeklügelten Abwehrsystems.

Neben ihrer Bedeutung als Symbol der Liebe oder ihrer Beliebtheit als Zierpflanze haben die verschiedenen Inhaltsstoffe von Rosengewächsen in der Vergangenheit zu der Nutzung von Rosenarten als Heilpflanzen beigetragen. Die Hagebutten enthalten zum Beispiel reichlich Vitamin C und werden heute noch gerne zu Tees oder Ähnlichem weiterverarbeitet. Rezepte für Rosenwasser, -tees und Marmeladen gibt es reichlich – probier es doch mal aus! Achte bei deiner Ernte aber darauf, nur Hagebutten von häufigen Rosenarten zu sammeln, zum Beispiel von der Hundsrose Rosa canina.

Das Verbreitungsgebiet der Samt-Rose ist auf Europa begrenzt und erstreckt sich von England über Skandinavien bis Bulgarien. In Deutschland findest du die Samt-Rose an Wegrändern oder als Teil von Hecken und Gebüsch. Durch neue Bewirtschaftungsformen gehen die Bestände der Samt-Rose hierzulande jedoch zurück. Heckenstrukturen gehen in der modernen Landwirtschaft immer mehr verloren und auch natürliche Waldränder mit Sträuchern werden seltener. Auch deswegen trägt Deutschland in hohem Maße Verantwortung für den Erhalt der Samt-Rose.

Quellenangaben

Bild oben Die Blüte der Wildrose besitzt zahlreiche Staubblätter (Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, F. Hahn).
Bild 1 Die Hagebutte ist eine Sammelnussfrucht und enthält die haarigen Samen (Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, F. Hahn).
Bild 2 Die Samen der Samt-Rose werden durhc Endochorie, also nach Aufnahme und Passage des Verdauungstrakts, ausgebreitet (Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, F. Hahn).
Bild 3 Die Blätter der Rose werden auch als Eiablageplatz genutzt (Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, F. Hahn).
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